Bist du erwachsen genug für Weihnachten?

Was für eine blöde Frage, wirst du vielleicht denken. Klar bin ich erwachsen.

Dann habe ich noch eine Frage für dich: „Wie fühlst du dich, wenn du Weihnachten mit den Eltern verbringst?“
Wirst du, sobald sich die Tür öffnet, wieder zum Kind? Geht dein innerer Stresspegel hoch, sobald die ersten Sätze fallen wie:“du müsstest mehr essen“ oder „sorgt deine Frau nicht gut genug für dich?“.

Es ist, als würde ich innerlich schrumpfen, beschreiben einige ihr Gefühl. Da wird man zur Vatertochter oder zum Muttersöhnchen – die erprobten alten Verhaltensmuster greifen sofort. Das schafft Vertrautheit und gibt, psychologisch betrachtet, Sicherheit. Und man umgeht gleichzeitig alle möglichen Konflikte, die im Untergrund gären. Das ist ja auch nicht schlecht – der Abend bietet sich im Idealfall nicht an, um alte Konflikte zu klären oder langzurückbehaltende Vorwürfe loszuwerden. Wünschen sich doch alle ein Gefühl von Harmonie und Gemeinschaft. Sich zugehörig fühlen zu können ist ein ganz alter unbewusster Wunsch, weil zu einer Gruppen zu gehören ganz früher das Überleben sicherte. In einer Gruppen aufgehoben zu sein, gibt Sicherheit und Verankert in der Welt. Was auch den Reiz ausmachen mag, z.B. an Weihnachten nicht allein zu sein.

Noch mal zurück zu dem Besuch bei den Eltern. Manche Menschen gehen im Kontakt mit den Eltern in die Anpassung. Sie versuchen, die an sie vermutlich gesetzten Erwartungen zu erfüllen – und fühlen sich oft nicht wohl dabei. Oder sie gehen in die Rebellion – und kommen erst gar nicht.

Beides sind mögliche Verhaltensweisen, die aber oft zu Ärger und Streit – entweder mit den Eltern oder mit der Freundin, den Kindern oder anderen Menschen um einen herum führen. Der Hintergrund dafür sind unterdrückte Bedürfnisse und Wünsche, die zu wenig geäußert werden. Und damit vergibt man sich die Chance auf Erfüllung – dabe ist Weihnachten doch ein Fest der Geschenke. Wenn die eigenen Bedürfnisse z.B. nach Ruhe oder Humor zu lange frustriert worden sind, zeigt es sich wahlweise darin, dass man innerlich immer wütender wird oder immer müder, weil die eigene Zurückhaltung soviel Kraft kostet.

Und das alles um des lieben Friedens willens.

Wirklicher Friede entsteht nicht, wie in der Weihnachtsgeschichte von Böll, wo die Tante immer wieder „Friede, Friede“ in die Runde ruft, sondern darin, dass man sich begegnet. Und Begegnung hat auch etwas damit zu tun, sich zu zeigen. Wenn ich mich mit dem zeige, was ich brauche oder mir wünsche, gibt es eine größere Chance, dass mein Wunsch erfüllt wird. Was wiederum zufrieden macht.

Mein Vater sagte mal, man bleibt immer Kind seiner Eltern.
Die Frage ist nur, wie gehst du erwachsen und auf Augenhöhe damit um? Wie gestaltest du diesen Abend, damit aus der echten Begegnung heraus etwas entsteht, was Freude auslöst und das Herz erwärmt.

Überlege dir also, was du an Weihnachten (das gilt auch für sonstige Momente im Leben) möchtest und brauchst. Wenn du es äußerst, gibt es eine erhöhte Chance für dich, das der Abend für dich entspannter wird. Und überlege, was du dazu beitragen kannst, das es gut wird.
Wie sagte eine gute Bekannte „Strychnin ist nicht die Lösung“.

Bewährt haben sich im Vorfeld Umfragen in der Familie nach deren Wünschen, Spiele, neu gestaltete Rituale, andere Zeitfenster, ein gemeinsames Kochen, Essen gehen und noch viel mehr.
Die Kunst darüber hinaus ist Psychologie – und wie du das nutzen kannst, zeige ich dir.

Damit du einen harmonischen Abend gestalten und verbringen kannst, buche ein 2stündigen Coaching mit mir – wir finden dann gute, individuelle Lösungen. Schreib mir eine Mails unter [email protected] – ich melde dich dann bei dir zu einer Terminvereinbarung.

Frohes Fest.
Renate

Ach ja, hier schon mal ein Vorgeschmack, wie du mögliche Konflikte vermeidest:
6 humorvolle Tipps, wie du Konflikte eskalieren kannst